Ein Teleskop soll her, was nun?

Bevor man sich ein Teleskop zulegt, sollte man sich selbst ein paar Fragen stellen:

Was will ich damit beobachten?
* Den Mond?
* Die Planeten?
* Galaxien und Nebel?

Wo kann ich damit in den Himmel schauen?
* Im Garten oder am Balkon?
* Oder muss ich mit dem Auto wohin fahren?

Wie will ich das Teleskop nutzen?
* möchte ich nur visuell beobachten?
* oder auch fotografieren?

Allein diese paar Fragen machen einen großen Unterschied bei der Teleskopwahl. Bevor wir ein paar Teleskope vorstellen, hier ein ganz wichtiger Hinweis:

Wenn du ein Teleskop benutzt, egal wie groß, werden Sterne immer wie Sterne aussehen.

Sie werden immer als kleine Lichtpunkte erscheinen. Wenn sie das nicht tun, bist du nicht im Fokus. Sterne sind einfach zu weit entfernt, als dass Teleskope sie auflösen (klarer sehen/mehr Details erkennen) könnten.

Nebel und Galaxien werden NICHT so aussehen wie die lebhaften, farbenfrohen und detaillierten Bilder, die du im Internet oder auf der Verpackung gesehen hast. Unsere Augen sind einfach keine Kameras. Um solche Bilder zu erhalten, muss man sehr lange Belichtungszeiten verwenden, viele Aufnahmen machen, diese mit einem Programm stapeln um Details hervorzuheben, und sie anschließend aufwendig in einem Fotobearbeitungsprogramm bearbeiten. Für unsere Augen werden Deep Sky Objekte wie Nebel und Galaxien wie schwache weiße Flecken aussehen. Wenn du keine realistischen Erwartungen, keine echte Leidenschaft für den Weltraum und keine Wertschätzung für das, was du tatsächlich beobachtest, hast, wirst du sehr enttäuscht sein. Aber wenn du mit den richtigen Erwartungen und der richtigen Einstellung herangehst, sind diese schwachen weißen Flecken wunderschön, faszinierend und ehrfurchtgebietend. Je länger du sie beobachtest, desto mehr Details wirst du erkennen. Es ist fast so, als würde dein Gehirn trainiert, immer mehr Details wahrzunehmen, was dich dazu bringt, sie immer wieder sehen zu wollen.

Die Planeten unseres Sonnensystems, besonders die Gasriesen, sind beeindruckend anzusehen. Je größer das Teleskop, desto mehr Details kannst du erkennen. Unabhängig vom Interesse an der Astronomie haben wir persönlich noch nie jemanden erlebt, der nicht von Jupiter oder Saturn beeindruckt war. Bedenke, dass es keine extrem nahen Ansichten sein werden. Planeten (und natürlich der Mond) sind sehr hell, daher spielt Lichtverschmutzung hier kaum eine Rolle – sie eignen sich hervorragend zur Beobachtung, auch an lichtverschmutzten Orten.

Außerdem solltest du bedenken, dass Bilder ihnen nicht gerecht werden. Es ist einfach etwas so Erstaunliches daran, sie mit eigenen Augen zu sehen!

Quelle: https://www.reddit.com/r/telescopes/comments/z9s352/beginners_quick_guide_to_choosing_your_first/



Arten von Teleskopen

Refraktor
Ein Refraktor ist vom Aufbau her wie ein Fernrohr, dass du vielleicht aus alten Filmen kennst. Licht kommt vorne bei der Öffnung hinein, wird durch Linsen gebündelt und am unteren Ende schaut man mit einem Okular (das Okular besteht aus mehreren Linsen, die alles vergrößern) durch. Refraktor Teleskope bieten oft ein sehr scharfes Bild mit viel Kontrast und eignen sich gut für die Beobachtung von Planeten und anderen hellen Objekten!


Newton
Eine Alternative sind Newton-Teleskope. Bei einem Newton Teleskop fällt das Licht auf einen Hauptspiegel am "unteren" Ende der Röhre, wird dann auf einen zweiten kleineren Spiegel Nahe der Oberseite reflektiert und dann durch eine Seite heraus geleitet. Dort kommt dann das Okular zum Einsatz. Newtons haben meist eine größere Öffnung (Durchmesser), daher sammeln sie deutlich mehr Licht. Man kann damit neben Planeten auch viel besser Deep-Sky-Objekte wie Nebel, Sternhaufen und Galaxien beobachten!


Refraktor- und Newton-Teleskope sind oft auf Stativen montiert und besitzen eine Montierung mit der man den Sternen leichter folgen kann. Diese Montierungen können auch motorisiert werden ("GoTo") damit ein Objekt immer anvisiert bleibt - das ist z.B. auch für die Fotografie interessant. Dafür muss man diese parallaktische Montierung aber auf den Polarstern im Norden ausrichten - das ist am Anfang recht mühsam, aber Übung macht ja die Meister!

Dobson
Eine ganz simple Montierung für Newton Teleskope ähnelt ein bisschen einer alten Kanone: die Dobson-Montierung (kurz Dobson genannt) ermöglicht ein ganz leichtes Schwenken des Teleskopes per Hand. Wer gerne im Sternenmeer herumfährt und auf Entdeckungsreisen geht, wird Freude mit diesem Teleskop haben. Dobson-Teleskope haben oft noch größere Durchmesser als normale Newtons, sind dadurch mitunter auch eher sperrig und schwer! (ideal für einen Garten, nicht für einen Kleinwagen ;-)

In Wien gibt es ein Fachgeschäft für Teleskope in dem ihr euch über alle Arten von Teleskopen beraten lassen könnt: Teleskop Austria (Mitglieder des WAA Vereins bekommen auf die meisten Teile -10%!).

Oft gibt es billige Teleskope beim Discounter zu kaufen, dabei muss euch aber bewusst sein dass ihr euch durch die mangelnde Qualität vielleicht sogar die Freude am Nachthimmel nehmt statt sie zu befeuern!

Ihr könnt natürlich auch bei Beobachtungsabenden der Astronomie Vereine immer einen Blick durch verschiedene Teleskope werfen und Fragen stellen bevor ich euch für den Kauf eines eigenen entscheidet!

Für die Beobachtung wünschen wir euch in jedem Fall:

Clear skies!

(klaren Himmel!)


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